Edelsteinwissen

Rubin

Der Rubin stammt aus der Gruppe der Korunde. Sein Name leitet sich von dem lateinischen Wort "rubens" übersetzt Rot ab. Nur der rote Korund wird als Rubin bezeichnet. Die farbgebende Sustanz dabei ist Chrom. Wie alle Korunde besitzt der Rubin die Mohshärte 9 und folgt mit dieser Härte als Erster dem Diamant, welcher mit seiner Härte 10 als das härteste Material bekannt ist. Durch die Einlagerung von vielen Rutilnadeln entsteht der sog. Asterismus, ein Sterneffekt welcher auftritt, wenn punktuelles Kunstlicht oder Sonnenlicht auf die Oberfläche des als Cabochon geschliffenen Steines trifft. Der Rubin wird weltweit gefunden, wobei die begehrtesten aus Asien und Indien stammen. Der vierzigste Hochzeitstag wird oft als sog. Rubin-Hochzeit gefeiert.

Rubin-Rohsteine

gebunden an Bergkristall

Rubin im Scherenschliff


Saphir

Der Name Saphir leitet sich aus dem altgriechischen Wort sappheiros (blau) ab und womöglich ebenso von dem aramäischen Wort saphira was "die Schöne" bedeutet. Der Saphir stellt ebenso wie der Rubin eine Varietät aus der Gruppe der Korunde dar. Kornblumenblau ist die begehrteste Farbe, wobei das blaue Spektrum von hellblau bis dunkelblau und fast schwarz reicht. Ein Echtheitsmerkmal ist die wachstumsbedingte Farbzonierung, die sog. Zonarstreifung. Die farbgebenden Substanzen für den blauen Saphir sind Eisen, Titan und Cobalt. Neben den blauen Saphiren werden auch gelbe, grüne, rosa (Pink Saphir), farblose (Leukossaphir) und violette Saphire gefunden. Fundorte für den Saphir sind Sri Lanka, Indien Madagaskar, Australien und Montana(USA). Ebenso wie der Rubin zeigt der Saphir-Cabochon durch eingelagerte Rutilnadeln einen Sterneffekt.

Saphire im Facettenschliff

Sternsaphir mit Zonarstreifung, gefasst in einem Gelbgoldring


Aquamarin, Goldberyll, Smaragd und Morganit stammen aus der Gruppe der Berylle

Der hellblaue Aquamarin, der hell- bis grünlichgelbe Goldberyll, der grüne Smaragd und der rosafarbene Morganit stammen alle aus der Mineralgruppe der Berylle. Die Steine weisen eine  Mohshärte zwischen 7,5 und 8 auf, zeigen nach dem Schleifen und Polieren eine hervorragende Brillanz und sind deshalb als Schmucksteine sehr gut geeignet. Die farblose Varietät de Berylls nennt man Goshenit. Als sehr seltene und wertvolle Varietät ist, neben dem Smaragd, der sehr seltene rosafarbene, transparente Morganit zu nennen. Einer der sicherlich schönsten Berylle, der Aquamarin wird in unterschiedlichen Blautönen gefunden. Bedeutende Vorkommen von Aquamarinen gibt es in Minas Gerais in Brasilien. Nennenswerte Länder in denen Berylle von guter Qualität gefunden werden sind Madagaskar,  Brasilien, USA, Russland, Pakistan aber auch China, Östereich, Norwegen etc.

Rosa Beryll (Morganit), im Facettenschliff


Aquamarin
Rohstein auf Matrix

Aquamarine im Facettenschliff

 

Smaragd im Facettenschliff


Turmalin

Der Turmalin besitzt entsprechend der Härteskala nach Mohs, die Härte 7 - 7,5. Er wird in verschiedenen Farben (gelb, braun, rosa, rot, blau, grün) in Schwarz (Schörl), sowie farblos (Achroit) gefunden und zeigt einen ausgeprägten Pleochroismus, bei dem der Edelstein, je nach Halterichtung und Lichteinfall, mehrfach verändertes Farbverhalten aufweisen kann. Eine der wertvollsten Varietäten ist der rote Rubellit, welcher gerne auch mit Rubin verwechselt wird. Der grüne Verdelith zeigt ein breites Farbfeld, von einem zarten Hellgrün bis zu einem tiefen Flaschengrün. Turmaline lassen sich durch Reiben elektrostatisch aufladen (diese Eigenschaft wurde früher dazu verwendet um Asche aus Pfeifen zu ziehen). Als Indigolith werden blaue Turmaline bezeichnet. Eine Besonderheit stellen die Paraiba-Turmaline dar, dessen farbgebende Substanz Kupfer ist. Diese zählen mit Ihrer strahlend blauen bis blaugrünen Farbe, zu den begehrtesten und wertvollsten Edelsteinen. Für Schmuckzwecke relevante Turmalinvorkommen gibt es u.a. in Madagaskar, Brasilien, Russland, Kalifornien, Afghanistan und Pakistan.

Rohstein Turmalin-Prisma

 

Grüner Turmalin im Facettenschliff

 


Turmalin (Wassermelone)

 

Rosa Turmalin im Cabochon-Schliff


Amethyst

Der Name Amethyst wird aus dem griechischen Amethystos abgeleitet. Die farbgebenden Substanzen diese Quarzes sind Eisen und Lithium. Die Farbverteilung im Amethyst ist meist ungleichmäßig, dies ist gleichzeitig ein Echtheitsmerkmal und kann auch durch geschicktes Schleifen des Steines optisch ausgeglichen werden. Das Farbspektrum reicht von Zartrosa bis zu dunklen Violetttönen. Der Amethyst wird in unterschiedlichen Formen facettiert und als Cabochon geschliffen. Der Amethyst folgt entsprechend der mohsschen Härteskala mit Härte 7  der Beryllguppe. Amethyste wurden im Nahetal bei Idar-Oberstein, genauer im Steinkaulenberg gefunden. Der Abbau dort wurde im 19. Jahrhundert eingestellt; zu besichtigen ist der dort befindliche Schaustollen. Weitere Vorkommen gibt es in Österreich, Uruguay, Mexiko, Brasilien, Russland, Madagaskar.

Offene Amethystdruse

Bild/Lizenzhinweise:

Ovaler, facettierter Amethyst


Citrin

Natürliche Citrine werden heute nur noch selten gefunden. Bei den  meisten im Handel befindlichen Citrinen handelt es sich um gebrannte Amethyste. Bei diesem Prozess wird der natürliche Vorgang, so wie er im Erdinneren entstehen würde, nachgeahmt. Dabei ensteht ein Farbspektrum von Zitronengelb bis Orangebraun.

Der sog. Palmeira-Citrin weist eine gelb-orange Farbe auf. Die Farbe des Madeira-Citrins reicht von einem intensiv gesättigten Orange bis zu einem tiefen braun-orange. Darüber hinaus gibt es noch zitronenfarbige Citrine und den seinem Namen nach goldgelben Gold-Citrin, welcher wohl am häufigsten verwendet wird. Den Citrin gibt es in vielfältigen facettierten Schliff- und Cabochonformen.

Gold-Citrine, vers. Schliffe

Palmeira-Citrine, divers geformte Schliffe


Rhodolith

Der Rhodolith ist eine edle Varietät aus der Gruppe der Granate mit einer Härte von 7 - 7,5. Seine Atraktivität verdankt der Rhodolith seiner Zusammensetzung, welche aus einem Gemisch der Granatsteine Pyrop und Almandin besteht. Der Rhodolith wir in Zartrosa (das griechische Wort "Rhodos", so wie die gleichnamige Insel, bedeutet rosa), rot-violett und rot gefunden und zeichnet sich durch hervorragende Lichtbrechung und der damit verbundenen guten Brillanz aus. Aufgrund seiner Härte ist er als Schmuckstein auch für Ringe sehr gut geeignet. Die Fundorte sind Brasilien, Ostafrika, USA, Tansania, Sri Lanka, Argentinien.

Rhodolith Rohstein

Rhodolith im Facettenschliff


Tsavorit

Auch der hell bis smaradgrüne Tsavorit erscheint, mineralogisch gesehenen, als eine Varietät der Gruppe der Granate, mit einer Härte von 7 - 7,5. Der Tsavorit wurde das erste Mal 1967 in Tansania gefunden. Ein weiterer bedeutsamer Fundort liegt im Tsavo-Park in Kenia, durch den der Tsavorit (a. Tsavolith) auch seinen Namen erhielt. Der Tsavorit ist sehr selten (viel seltener z.B. als Smaragd) und kann je nach Reinheit und durch seine hohe Lichtreflektion, als facettierter Stein, eine hervorragende Brillanz entwickeln. Nicht so transparente Tsavorite werden zu Cabochon-Steinen geschliffen. Durch seine Seltenheit, seiner Härte und seiner Strahlkaft ist er schon seit geraumer Zeit wertvoller als Smaragd. Kleinere Steine sind noch am Markt erhältlich. Die Suche nach größeren Steinen ab 1 Carat erfordert Geduld und das Bewußtsei, dass es sich um einen ganz besonderen Edelstein handelt.

Tsavorit im Facettenschliff

Tsavorit-Cabochon´s